Wenn Stein zum Ausdruck kommt: Die Skulpturen von Angelo Boninchi im Alten Pfarrhof in Balzers

Lara Boninchi

Vom 11. bis 14. Juli hat unser Bildhauer Angelo Boninchi seine Werke im Alten Pfarrhof Balzers ausgestellt und einen intensiven Dialog zwischen zeitgenössischer Skulptur und historischem Erbe geschaffen.

Fünf Skulpturen aus Serpentin und Sassalbo Marmor

Im zweiten Stock des historischen Gebäudes wurden fünf handgearbeitete Skulpturen aus Serpentin und Sassalbo Marmor präsentiert. Die Werke fügten sich harmonisch in die Räume des Pfarrhofs ein und hoben das Zusammenspiel von Material, Licht und architektonischer Erinnerung besonders hervor.

An verschiedenen Stellen des Raumes wurden symbolische Skulpturen platziert, darunter ein Werk aus der Serie Knoten, bei dem der Stein trotz seiner festen Natur überraschend flüssig und beinahe formbar wirkte.

Das Herz der Alpen: eine Botschaft des Friedens

Im Zentrum der Ausstellung stand ein grosses Herz der Alpen aus handgeschliffenem Sassalbo Marmor. Das Werk vermittelte eine starke symbolische Botschaft: ein Aufruf zum Frieden in einer Zeit, die von bewaffneten Konflikten geprägt ist.

Aus philosophischer Perspektive wurde die Skulptur als symbolischer Akt des Widerstands interpretiert. Das Herz, ein universelles Zeichen für Liebe und Leben, stand im Kontrast zu einem metallischen Element, das an den Lauf eines Gewehrs erinnert und in das Werk integriert ist. Dadurch entstand eine eindringliche Reflexion über das Spannungsfeld zwischen Schöpfung und Zerstörung.

Alter Pfarrhof Balzers: vom barocken Wohnsitz zum Kulturzentrum

Der Alte Pfarrhof Balzers hat seine Rolle als kulturelles Zentrum der Region bestätigt. Ursprünglich als barocke Pfarrresidenz erbaut und historische Ereignisse wie den Brand von 1795 überstehend, hat sich die Canonica immer wieder neu erfunden, ohne ihren besonderen Charakter zu verlieren.

Heute dienen die Räume als Ort für Wechselausstellungen, kulturelle Projekte, Bildungsangebote und Veranstaltungen und tragen zur Aufwertung des regionalen Kunst- und Kulturerbes bei.

Ein gelungener Dialog zwischen Kunst und Geschichte

Die Ausstellung, die auch Gemälde von Federico Lopes umfasste, zeigte, dass zeitgenössische Kunst einen echten Dialog mit historischen Orten ermöglichen kann. Die Werke verwandelten die Canonica in einen Raum der Reflexion und Begegnung, der Erinnerung und Schönheit in einer intensiven und bedeutungsvollen Erfahrung für die Besucher verbindet.

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